Das Vereinigte Königreich ist fest in der Hand von UK2000 Scenery – zumindest in der Flugsimulatorwelt. Daran ändern auch die Brexit Querelen nichts. Aerosoft ist zwar mit eigenen Versionen von Heathrow und Manchester bereits vom EU Festland in UK2000 Territorium vorgedrungen, hat es aber vorerst bei diesen beiden Szenerien belassen. Vor allem für virtuelle British Airways und easyJet Piloten ist jedoch ein anderer Flughafen auf der Insel interessant: London Gatwick. Letzteren gab und gibt es ausschließlich aus der Feder von Gary Summons aka UK2000 und wurde vor kurzem auf Version 4 gehievt und damit kompatibel mit Lockheed-Martins neuester 64 Bit Version von Prepar3D (P3D) Version 4 gemacht. Ein guter Grund also, sich die neue Szenerie etwas näher anzusehen.

Gatwick liegt im Süden Londons, ist nach Heathrow der zweitgrößte Flughafen der britischen Hauptstadt und dient vor allem British Airways, easyJet, Norwegian Air Shuttle und Virgin Atlantic als Drehkreuz. Was British Airways angeht, liegt das vor allem daran, dass London Heathrow trotz seiner gewaltigen Größe schon seit langem aus allen Nähten platzt. Um dennoch die stetig steigende Nachfrage nach Flügen bedienen zu können, weicht British Airways auf Gatwick als zweites Drehkreuz aus. Auch für easyJet ist Gatwick nach Luton die wichtigste Basis im Vereinigten Königreich. Allerdings sind dem Wachstum in Gatwick enge Grenzen gesetzt. Denn obwohl der Airport schon jetzt auf Platz 2 der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt mit nur einer Start- und Landebahn liegt, ist es dem Betreiber bis 2019 untersagt, mit dem Bau einer zweiten Landebahn zu beginnen.

Die Brücke zwischen Pier 5 und 6 ist fast schon so etwas wie das Wahrzeichen für Gatwick.

Auch die Szenerie von UK2000 spiegelt das stetige Wachstum wider. So wurde in der neuesten Version sowohl Pier 1 runderneuert als auch der neue (und einzige) Abfertigungsbereich für den Airbus A380 mit drei Fluggastbrücken integriert. Letzteren nutzt vor allem Emirates für drei Flüge am Tag, da die fünf täglichen Flüge mit einem A380 nach Heathrow offenbar nicht mehr ausreichen. Ebenfalls renoviert wurde Pier 3. In diesem Zug bekam er auch gleich eine transparente Glasfront verpasst und bringt dieses Terminal damit auf den Stand der Technik.

Zeigt sich voll transparent: Pier 3.

Der Rest der Erneuerungsarbeiten gegenüber der Vorgängerversion konzentriert sich auf Anpassungen für Prepar3D v4 sowie eine bessere Qualität der Texturen und Modelle. Ebenfalls mit an Bord ist selbstverständlich das P3D v4 exklusive „Dynamic Lighting“, das den Flughafen bei Nacht in ein äußerst realistisch wirkendes Licht taucht. Allerdings ist hierfür ein schneller Rechner und die Beschränkung auf niedrige Kantenglättung (Anti Aliasing) notwendig, ansonsten gerät der Anflug auf Gatwick bei Nacht zur Diashow.

Sieht schick aus, zwingt aber vor allem bei Verwendung von 100% AI Traffic wie hier fast jeden Rechner in die Knie: Dynamic Lighting in Prepar3D v4.

Positiv anzumerken ist, dass die Verbesserungen und neuen Funktionen nicht mit einer Leistungseinbuße einhergehen. Mit einem Standardflugzeug sind trotz sehr hoher Grafikeinstellungen in P3D sowie unter Ausschöpfung aller Optionen im kleinen Gatwick Konfigurator, inklusive 4000 einzeln modellierter 3D Autos auf dem Flughafenparkplatz sehr hohe Bildwiederholraten möglich. Mit einem Leistungskiller vom Schlage eines Flightsim Labs A320 sind es immer noch anständige und fliegbare 25 Bilder pro Sekunde (FPS). Hier empfiehlt es sich dann allerdings, den Parkplatz von allen Autos zu befreien, um wieder ein paar FPS zu gewinnen.

4000 einzeln modellierte Autos sehen zwar schick aus, schlagen aber bei Verwendung leistungshungriger Flugzeug Add-Ons auch ordentlich ins Performance Kontor.

Apropos Fahrzeuge: Was zumindest in der Version für P3D v4 noch fehlt ist animierter Bodenverkehr. Nutzer von Flightsimulator X (FSX) und P3D v1 bis v3 können sich schon an wuselnden Servicefahrzeugen erfreuen. Alle anderen sollen nach Auskunft des Entwicklers 2018 in diesen Genuss kommen.

Ansonsten überzeugt die aktualisierte Gatwick Szenerie mit jeder Menge sehr detailliert gearbeiteter Modelle aller wichtigen Flughafengebäude. Auch an weiter entfernten und nicht unmittelbar im Blickfeld des Hobbypiloten liegenden Stellen ist die Auflösung der Texturen immer noch akzeptabel, was nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist. Rollweg- und sonstige Beschriftungen sind sehr gut lesbar und da wo sie hingehören, so dass auch das Online Fliegen nach Charts zu keinem Orientierungslauf gerät. Obschon die Szenerie SODE (Simulation Object Display Engine) unterstützt, gilt das nur für die Funktion der visuellen Andockhilfen. Die Fluggastbrücken werden klassisch mit STRG-J bewegt und legen sich auch sanft und wie von Geisterhand an den vom Computer genierten Flugverkehr (AI Traffic).

Fazit

Mit der Aktualisierung von Gatwick Xtreme auf Version 4 hat Entwickler Gary Summons aka UK2000 Scenery den zweitgrößten Flughafen des Vereinigten Königreichs wieder auf den Stand der Technik gebracht. Doch über die reine Kompatibilität mit Prepar3D Version 4 hinaus, bekommt der Flugsimulant auch gleich überarbeitete Gebäudemodelle, komplett neue Terminalgebäude bzw. -anbauten sowie eine Reihe neuer Funktionen spendiert. Dabei kann sich die Performance nach wie vor sehen lassen. Die Bildwiederholrate leidet zum Glück nicht unter der neuen Grafikpracht. Das gilt auch für „Dynamic Lighting“, zumindest bei sparsamen Einsatz von Anti Aliasing. Die aktuelle Version von Gatwick Xtreme kann rundum überzeugen und ist eine wohltuende Ergänzung auf der ständig wachsenden Liste neuer, P3D v4 kompatibler Zusatzszenerien                                           .

Gatwick Xtreme V4 ist im Online Shop von UK2000 Scenery für FS2004, FSX sowie Prepar3D v1-4 für 16,99 Britische Pfund (ungefähr 19,30 Euro) erhältlich.

 

One Reply to “Im Test: UK2000 Gatwick Xtreme v4 für Prepar3D v4”

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