Der größte deutsche Verkehrsflughafen steht naturgemäß auf der Wunschliste vieler Flugsimulanten. Denjenigen unter uns, die mit Prepar3D (P3D) oder Flightsimulator X (FSX) im virtuellen Himmel unterwegs sind, hatte Aerosoft diesen Wunsch mit „Mega Airport Frankfurt v2.0“ schon vor geraumer Zeit erfüllt. Und zwar gleich in zwei verschiedenen Versionen: Zum einen für FSX und P3D v3 und zum anderen ganz exklusiv als „Professional“ Variante für die neue 64-Bit Plattform P3D v4. Nur die X-Plane Nutzer schauten bis jetzt in die Röhre. Hier war man auf kostenlose Zusatzszenerien angewiesen, die zwar recht passabel, aber weit von dem Standard guter Bezahlsoftware entfernt sind.

Seit vergangenem Dienstag nun kann aber auch für X-Plane Piloten Entwarnung gegeben werden: Mit „Airport Frankfurt XP“ für X-Plane 11 steht jetzt ein ebenbürtiges Pendant des „Mega Airport“ auch für den alternativen 64-Bit Simulator zur Verfügung. Aerosoft verfolgt damit weiter seine durchaus erfolgversprechende Strategie, Zusatzszenerien, die bereits für FSX/P3D existieren, auf die X-Plane Plattform zu portieren. Denn der Aufwand, der getrieben werden muss, um eine vorhandene Szenerie X-Plane kompatibel zu machen, ist deutlich geringer als einen Flughafen ganz von vorn zu entwickeln. Das hat Vorteile für beide Seiten: Wir Kunden freuen uns über die schnelle Verfügbarkeit der neuen Airports und Aerosoft über deutlich geringere Kosten für Entwicklung und Programmierung.

Konsequenterweise unterscheiden sich die beiden Versionen für den Frankfurter Flughafen auch nur in Nuancen, denn die Modelle für Gebäude, Texturen und Bodenfahrzeuge sind im Grunde die gleichen wie für die FSX/P3D Varianten. Die Unterschiede finden sich unter der Haube. Das betrifft vor allem den animierten Bodenverkehr, der in X-Plane vollkommen anders gehandhabt wird als in FSX/P3D, die Beleuchtungseffekte, das Ansteuern der beweglichen Fluggastbrücken und die animierten Parkleitsysteme (A-VDGS, Visual Docking Guidance System), um nur einige Beispiele zu nennen.

Am deutlichsten treten die Unterschiede zwischen den FSX/P3D und X-Plane Versionen bei Dunkelheit zu Tage. Auch wenn P3D in der Version 4 mit den neuen dynamischen Beleuchtungseffekten einen Riesenschritt nach vorn gemacht hat, sieht X-Plane 11 bei Nacht immer noch deutlich besser, sprich realistischer aus. Das stellt auch „Airport Frankfurt XP“ wieder eindrucksvoll unter Beweis, denn Licht findet sich hier tatsächlich nur unter Lichtquellen während P3D gern auch eine Resthelligkeit an Stellen hinterlässt, die eigentlich rabenschwarz sein sollten, weil dort kein Lichtstrahl hinfällt.

Hier ein direkter Vergleich zwischen X-Plane 11 und Prepar3D Version 4 („Mega Airport Frankfurt v2.0 Professional“):

Insgesamt ist die Szenerie ausgesprochen detailliert modelliert. Es macht richtiggehend Spaß einfach über den Flughafen zu schlendern und in jede Ecke zu schauen. Auch die mitgelieferten statischen Flugzeugmodelle (die auch auf anderen Flughäfen verwendet werden) überzeugen durch einen hohen Detailgrad, was dem Flughafen ein sehr authentisches Antlitz verleiht. Auch der Bodenverkehr benimmt sich ausgesprochen intelligent und wartet zum Beispiel aufeinander anstatt wild ineinander zu fahren. Der neue Flughafen ist zudem mit JarDesigns „X-Life Traffic“ kompatibel, das vom Computer generierten Flugverkehr (AI Traffic) erzeugt.

Ein weiterer großer Pluspunkt der X-Plane Variante ist die Performance. Trotz sehr hoher Grafikeinstellungen ist die Darstellung der Szenerie extrem flüssig. Kein Vergleich zur P3D Variante, die vor allem bei Nacht und Verwendung der dynamischen Beleuchtung mit Performanceeinbußen zu kämpfen hat. Apropos Beleuchtung: Auch die Rollwegbeleuchtung und Landebahnbefeuerung sind ausgesprochen detailliert umgesetzt.

Wo viel Licht ist, ist allerdings wie immer auch ein wenig Schatten. Denn wieder sind auch in der X-Plane Variante die Glasfronten der Terminalgebäude nicht transparent gestaltet, sondern mit Fototapete beklebt. Das ist schlicht nicht mehr auf dem Stand der Technik und kann weder bei der „Professional“ Variante für P3D v4 noch beim X-Plane Pendant mit Speicherproblemen erklärt werden, denn die gibt es hier schlicht mehr. Das ist zugegebenermaßen Jammern auf hohem Niveau. Allerdings dürften bei der mittlerweile dritten Verkaufsvariante ein und desselben Airports genügend Entwicklungsressourcen frei sein, um diesen Makel zu beseitigen.

Fazit

Mit „Airport Frankfurt XP“ können nun endlich alle X-Plane Piloten aufatmen und den größten deutschen Flughafen auch auf dieser Simulatorplattform ansteuern. Aerosoft und das GAP Team haben bei der Portierung der FSX/P3D Variante ganze Arbeit geleistet und die Möglichkeiten von X-Plane 11 voll ausgeschöpft. Die neue Szenerie besticht durch einen sehr hohen Detailgrad was die Szenerie sehr authentisch wirken lässt. Dies gilt vor allem bei Nacht durch sehr beeindruckende Beleuchtungseffekte. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch intelligent animierten Bodenverkehr, bewegliche Fluggastbrücken und visuelle Andockhilfen.

„Airport Frankfurt XP“ ist im Aerosoft Shop für 29,95 Euro für X-Plane 11 erhältlich.

Und hier noch eine kleine Galerie:

2 Replies to “Im Test: Aerosoft „Airport Frankfurt XP“ für X-Plane 11”

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