Gelungener Port des norwegischen Hauptstadtflughafens von Prepar3D/FSX auf X-Plane

Für alle Umsteiger von Prepar3D (P3D) oder Flightsimulator X (FSX) auf X-Plane gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: Die gute Nachricht ist, dass Entwickler wie Aerosoft Ressourcen investieren, um bereits bestehende Szenerien für P3D/FSX auf den 64-Bit-Flugsimulator X-Plane zu portieren. Die verhältnismäßig hohe Frequenz, in der in letzter Zeit neue, portierte Airports erscheinen, legt auch nahe, dass sich der Aufwand, der betrieben werden muss, um die Szenerien in die neue Simulatorwelt zu transplantieren, in Grenzen hält. Die schlechte Nachricht ist, dass sich das nicht im Preis oder besonderen Angeboten für Käufer niederschlägt, die bereits die P3D oder FSX Version desselben Airports besitzen. Da in naher Zukunft mit der Veröffentlichung von P3D v4 in 64 Bit ein ähnlicher Umstieg ansteht, wäre es sicher wünschenswert, wenn die Hersteller ihre Preispolitik überdenken würden, falls hier Neuanschaffungen 64-Bit-kompatibler Add-Ons anstehen.

Glanzstück: neue Terminalerweiterung

Aber das nur vorweg. „Airport Oslo XP“ ist wie in der P3D/FSX Version jeden Cent wert. Entwickler Jo Erlend Sund beließ es nämlich nicht bei einem reinen 1:1 Port von P3D/FX, sondern hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt und gleich ein paar Objekte neu modelliert, wie die neu gebaute Terminalerweiterung, die erst am 17. April dieses Jahres eröffnet wurde.

Nicht ganz so schön wie im Original, aber für eine Computersimulation doch sehr passabel: das Interieur der Terminalerweiterung.

In der P3D/FSX Version ist der Neubau noch etwas ungenau modelliert, vermutlich weil zum Zeitpunkt der Entwicklung noch keine Fotos oder andere Unterlagen existierten oder zugänglich waren, die genauer Auskunft über die finale Gestaltung hätten geben können. Und gerade die Umsetzung dieser Erweiterung ist in der X-Plane Version ausgesprochen gut gelungen. Das charakteristische Äußere mit Holzplanken ist ebenso modelliert wie das architektonisch interessante Interieur.

Lediglich der ökologische, energieeffiziente Aspekt des Originals lässt sich in der virtuellen Welt des Flugsimulators wohl nicht umsetzen. Jedenfalls konnte ich bei Benutzung der neuen Szenerie keinen geringeren Energieverbrauch am PC feststellen.

Das Glanzstück der neuen Szenerie: Die jüngst eröffnete Terminalerweiterung

Ebenfalls mit an Bord sind animierte Bodenfahrzeuge. Es werden sogar eigene Fahrzeugmodelle mitgeliefert. Allerdings wirken die sich dann auf alle anderen installierten Flughafenszenerien ebenfalls aus. Was unschön ist, da man in Berlin-Tegel sicher nicht mit norwegischen Passagierbussen unterwegs sein will. Insofern ist es nur konsequent und lobenswert, dass der Flugsimulant sich entscheiden kann, ob er die Oslo-eigenen Modelle installiert oder es beim Standard belässt. Dazu gibt es Winter Austauschtexturen sowie bewegliche Jetways, die automatisch am Flugzeug an- und abdocken, animierte Bodenlotsen sowie Einparkhilfen (Visual Docking Guidance System) am Gate, vorausgesetzt das kostenlos und frei verfügbare Autogate Plugin ist installiert. X-Plane typisch und in Oslo auch sehr gut umgesetzt sind die nicht ebenen Landebahnen, was meines Erachtens nicht unerheblich zur hohen Authentizität der Szenerie beiträgt.

 

Kritik muss sein: Fehlende Brücke und schwankende Qualität der Gebäudemodellierung

Ein paar Kritikpunkte gibt es dennoch. So schwankt die Qualität der Gebäudemodellierungen stark. In der Nähe des Hauptterminals (wo man sich zugegebenermaßen auch am meisten aufhält), sind Texturen sehr scharf und die Gebäudeformen detailliert und realistisch. Je weiter man sich jedoch vom Zentrum der Szenerie entfernt, umso verwaschener werden Texturen und Gebäudeumrisse. Bei P3D/FSX würde ich annehmen, dass dies ein Zugeständnis an den Speicherverbrauch ist. In X-Plane stellt sich dieses Problem jedoch nicht. Einzig eine potenziell verringerte Performance könnte noch als Grund in Frage kommen. Doch auch hier spielt Oslo Gardermoen in der ersten Liga. Der Airport wird absolut flüssig dargestellt auch bei Verwendung von großen Airlinern wie der Flight Factor Boeing 757 v2 Professional.

Ebenfalls unschön ist das Fehlen einer Brücke im Süden des Terminals, die über die Bahngleise Richtung Flughafen führt bzw. führen sollte. Ohne Brücke fallen die Fahrzeuge leider in den virtuellen Graben, verschwinden und tauchen dann auf der anderen Seite wieder auf. Laut Entwickler sei dies aber Absicht, da die Brücke in 3D modelliert werden müsste, um den Verkehr korrekt darzustellen, worauf man aus Performancegründen aber verzichtet habe.

Fazit

Mit „Airport Oslo XP“ stellen Aerosoft und Entwickler Jo Erlend Sund eine grundsolide und gelungene Umsetzung des Flughafens Oslo Gardermoen für X-Plane 11 und 10 vor. Vor allem das aufwändig neugestaltete Terminal sowie die Szenierieerweiterungen mit beweglichen Jetways und Bodenfahrzeugen und eine insgesamt sehr authentisch anmutende Szenerie machen „Airport Oslo XP“ zu einer Empfehlung für jeden X-Plane Piloten.

 

„Airport Oslo XP“ für X-Plane 11 und 10.50 ist bei Aerosoft für 24,95 Euro erhältlich.

One Reply to “Im Test: Aerosoft „Airport Oslo XP“ nun auch für X-Plane 11 und 10”

Kommentar verfassen